Inside Online Marketing

Die Permission sollte immer Dreh- und Angelpunkt all Ihrer E-Mail Marketing Aktivitäten sein. Geben Sie Interessenten vor einer Anmeldung immer möglichst viele Informationen an die Hand, was sie von Ihrem E-Mail Marketing Programm erwarten dürfen. Vorausgefüllte Checkboxen oder eine Kopplung der Zustimmung an die AGB’s sind keine gültige Form der Einholung einer Permission und legitimieren nicht den Interessenten zu kontaktieren.

Eine Ihrer ersten Hausaufgaben für 2010 sollte ein Audit Ihrer Akquisitions-Praxis sein. Die eigene Homepage sollte auf keinen Fall die einzige Maßnahme sein, mit der Sie Adressen generieren. Erstellen Sie ein Inventar aller für Sie in Frage kommenden Möglichkeiten, inklusive diesen:

  • Schnell-Anmeldeformular auf der Homepage – kann durchaus auch ein Pop-Up Fenster sein
  • Registrierungsmöglichkeiten auf der Homepage (z.B. für die Nutzung der Website, Downloads, Demos, Anmeldung für Wettbewerbe und Gewinnspiele, Social-Communitys etc.)
  • Co-Sponsoring und Co-Registrierung
  • Affiliate opt-ins
  • Die Anmietung von Fremddaten für Stand-Alone E-Mail Kampagnen
  • POS (point of sale) Kundenformulare (ebenfalls mit expliziter opt-in Bestätigung für die Zusendung von E-Mails)
  • Messeformulare
  • Tell a friend Funktion in den Standard-Newslettern
  • Jede weitere Möglichkeit um an Daten zu kommen, auch offline

Bei allen Akquise-Möglichkeiten sollten Sie sich auf jeden Fall immer folgende Fragen stellen:

1. Erhalte ich grundsätzlich immer eine gültige Erlaubnis?

Unterstellen Sie nicht zwangsläufig, dass wenn Ihnen eine Person die E-Mail Adresse mitteilt, diese auch automatisch Mails von Ihnen empfangen möchte. Gaben Sie bei ihrem letzten Besuch in der Filiale, eines auch online aktiven Unternehmens, explizit Ihre Erlaubnis für die Zustellung von E-Mails oder wurden Sie nur lapidar gefragt „Wie lautet Ihre E-Mail Adresse“?

Auf den ersten Blick ein trivialer Unterschied, aber genau das kann den Unterschied zwischen einem aktiven Teilnehmer (also jemand der mit Ihren E-Mails interagiert) und einem potentiellen Spam-Kläger sein.

Ihr Akquisitionsprozess muss also eine positive Aktion beinhalten, wie etwa ein Formular ausfüllen oder eine Zustimmungscheckbox anhaken. Eine Registrierung, ein Kauf oder eine Teilnahme an einem Wettbewerb führen also nicht automatisch zur Erteilung einer Erlaubnis zum Zusenden von E-Mails – sollte es aber. Achten Sie also bei der Konzeption dieser Prozesse auf eine korrekte Umsetzung.

2. Weiß der User der um seine Adresse gebeten wird, was ich damit tun werde und was er zu erwarten hat?

Wenn Sie Ihren Interessenten die Möglichkeit geben online mit Ihnen in Kontakt zu treten, haben Sie natürlich wesentlich mehr Möglichkeiten individuell auf die Wünsche und Bedürfnisse der Menschen einzugehen, als dies durch jede Art der Offline-Kommunikation möglich ist. Diesen Umstand sollten Sie nutzen, indem schon beim Registrierungsprozess der Erwartungshaltung der User entsprechend Rechnung getragen wird.

Fragen Sie sich selbst, einen Freund, Nachbarn oder einen Verwandten der nicht im E-Mail Geschäft tätig ist: „Was würde eine betreffende Person nach ausfüllen meines Anmeldeformulars erwarten?“. Der größte Feind der Erwartung ist die Enttäuschung, deshalb sollten Sie unmittelbar nach der Registrierung in einer adäquaten Willkommensnachricht der Erwartungshaltung des Users gerecht werden.

3. Weiß ich, woher meine Beschwerden kommen?

Selbst absolute Online-Marketing-Profis werden mit „Spam“-Beschwerden konfrontiert – das gehört zur elektronischen Kommunikation wie die Salami auf die Pizza. Man vergisst bei der „Spam“-Diskussion immer wieder, dass auch das gute alte offline Mailing immer wieder „Annahme verweigert“ Retouren produziert, die sich gut und gerne auch schon mal im 1-2%igen Bereich bewegen können.

Beschwerden sollten natürlich nicht einfach ignoriert werden. Nutzen Sie vielmehr jede Beschwerde um Schwachstellen in Ihrem Akquisitionsprozess zu identifizieren und diese auszumerzen. Wie gehen Sie dabei vor?

Segmentieren Sie Ihre Adressliste entsprechend der Daten-Quelle in die sich der Beschwerdeführer ursprünglich eingetragen hat. Dann vergleichen Sie die Spam-Beschwerderate über die einzelnen Segmente. Aktivitäten die im Zuge der Auswertung von positiven Responses längst etabliert haben, sollten in ähnlicher Weise auch bei negativen Responses zur Anwendung kommen. Die Spam-Beschwerden einfach zu bearbeiten und abzulegen ist sicher die schlechteste Variante.

Nehmen wir an, die meisten Ihrer Beschwerden kommen von Adressen welche über Affiliate-Programme oder der Anmietung von Adresslisten generiert wurden. Jetzt wissen Sie zumindest, auf welchen Kanal der Fokus Ihrer Optimierungsmaßnahmen zu legen ist. Wenn Sie nach der Datenquelle segmentieren, können Sie leicht feststellen, welche mit einer hohen Inaktivität bzw. mit einem erhöhten Abmeldeverhalten verbunden ist. Dadurch können Sie rasch die wertvollsten Kanäle für den Erwerb von neuem Datenmaterial identifizieren.

All diese Informationen können dazu verwendet werden, um Ihren Akquisitionsprozess zu stützen und zu optimieren. Wenn Sie dies tun, Zug um Zug, werden Ihre Aktivitäten ganz sicher von Erfolg gekrönt sein und mit einem gesunden Wachstum Ihres E-Mail Verteilers belohnt.

Themen Newsletter Februar 2010: